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Systemprompt vs. Userprompt: Warum diese zwei Ebenen völlig unterschiedlich sind

Systemprompt vs. Userprompt - Warum diese zwei Ebenen völlig unterschiedlich sind

Viele Solounternehmer schreiben täglich Prompts in die KI. Und fast alle nutzen dabei die falsche Ebene ohne es zu bemerken. Sie geben der KI eine Aufgabe („Schreib mir …", „Erstelle …"), aber sie definieren nicht den Rahmen, in dem diese Aufgabe ausgeführt werden soll. Das führt zu schwankenden Ergebnissen, stilistischer Uneinheitlichkeit und Missverständnissen.

Dieser Artikel zeigt:

  • Was der Unterschied zwischen Systemprompt und Userprompt ist
  • Warum die Ebenen getrennt sein müssen
  • Welche Probleme entstehen, wenn man das nicht trennt
  • Wie du beide Ebenen im Alltag optimal kombinierst

Zwei Ebenen mit zwei völlig verschiedene Funktionen

Die KI arbeitet nicht linear, sondern in Ebenen. Systemprompt und Userprompt erfüllen zwei unterschiedliche Aufgaben und dürfen niemals vermischt werden.

Systemprompt = Grundlogik

Dieser Teil steuert grundlegende Verhaltensprinzipien wie:

  • Identität
  • Denkstruktur
  • Tonalität
  • Qualitätsanspruch
  • Entscheidungslogik

Diese Ebene bleibt gleich, egal welche Aufgabe du stellst.

Userprompt = konkrete Aufgabe

Der Userprompt beschreibt die Aktion, die du im Moment haben möchtest.

Beispiele für reine Aufgaben:

  • „Schreib mir einen Post über …"
  • „Formuliere diese Nachricht um."
  • „Gib mir drei Varianten eines Titels."

Der Userprompt ruft nur eine Funktion ab. Er definiert nicht das Verhalten der KI.

Warum Solounternehmer diese Ebenen oft durcheinanderbringen

Das passiert, weil Menschen gewohnt sind, kontextlos zu kommunizieren. Wir geben die Aufgabe und erwarten, dass unser Gegenüber schon „versteht", wie wir Dinge meinen. Die KI tut das nicht.

Sie trennt strikt zwischen:

  • Kontext (Systemprompt)
  • Aktion (Userprompt)

Wenn du beides in einen Prompt mischst, passiert Folgendes:

  • Die KI priorisiert zufällig
  • Regeln gelten nur einmal und verschwinden danach
  • Stil springt von Antwort zu Antwort
  • du musst denselben Rahmen immer wieder neu erklären

Kurz: Die KI wird unvorhersehbar.

Die häufigsten Probleme, wenn System- und Userprompt vermischt werden

Hier zwei Beispiele:

Problem 1: Stilbrüche

Wenn im Userprompt Stil und Aufgabe gemischt werden, schreibt die KI mal sachlich, mal emotional, mal locker — völlig abhängig von einzelnen Formulierungen.

Beispiel (schlechte Kombination):

„Schreib mir bitte einen lockeren Beitrag über Kundengewinnung, aber nicht zu locker, eher professionell und zielorientiert."

→ Das ist eine widersprüchliche Mischung aus Verhalten + Aufgabe.

Problem 2: Vergessene Regeln

Wenn Regeln im Userprompt stehen, gelten sie nur für diese eine Aufgabe.

Beispiel:

„Schreibe ohne Fachbegriffe."

Beim nächsten Prompt: wieder Fachbegriffe.

Warum?

Weil Regeln in den Systemprompt gehören, nicht in die Aufgabe.

Problem 3: Unpräzise Denkweise

Wenn du im Userprompt sagst:

„Erklär mir das gründlich",

ist „gründlich" nicht definiert.

Bedeutet das:

  • lang?
  • detailliert?
  • logisch?
  • mit Beispielen?

Der Userprompt kann das nicht klären.

Der Systemprompt schon.

Problem 4: Der „Bitte alles auf einmal lösen"-Effekt

Viele Solounternehmer mischen in einem Prompt:

  • Rolle
  • Ton
  • Ziel
  • Aufgabe
  • Einschränkungen

→ Die KI entscheidet dann selbst, was sie priorisiert.

Und genau das führt zu unvorhersehbaren Ergebnissen.

Warum der Userprompt nur im richtigen Rahmen funktioniert

Der Userprompt ist wie ein Befehl an einen Mitarbeiter: „Bitte schreibe die Produktbeschreibung."

Ob das Ergebnis gut wird, hängt davon ab, ob der Mitarbeiter:

  • die Marke kennt
  • die Zielgruppe kennt
  • weiß, wie der Text aufgebaut sein soll
  • weiß, wie formal oder locker es zugehen soll
  • weiß, welche Punkte dir wichtig sind

Das alles liefert der Systemprompt, nicht der Userprompt. Ein Userprompt ohne Systemprompt ist wie eine Aufgabe ohne Einweisung.

Ein Modell, das dir die Trennung leicht macht

Damit du nie wieder verwirrte Prompts schreibst, nutze dieses einfache Modell:

Ebene 1: Rahmen (Systemprompt)

Fix, stabil, dauerhaft.

Beantwortet:

„Wie soll die KI grundsätzlich arbeiten?"

Ebene 2: Aufgabe (Userprompt)

Variabel, situativ.

Beantwortet:

„Was soll die KI jetzt tun?"

Wichtig: Eine Ebene beschreibt den Arbeitsmodus, die andere den Arbeitsauftrag. Damit trennst du Verhalten und Inhalt sauber.

Praktische Beispiele für die korrekte Kombination

Wir verwenden hier komplett neue Beispiele, damit sich nichts wiederholt.

Beispiel 1: Newsletter

Systemprompt (Rahmen):

  • professionelle, klare Sprache
  • kurze Sätze
  • Struktur: Problem → Erklärung → Lösung
  • Zielgruppenbezug: Selbstständige

Userprompt (Aufgabe):

„Schreibe einen Newsletter zum Thema: Zeitmanagement im Alltag."

Ergebnis: stabil, passend, wiederholbar.

Beispiel 2: Angebotsvorbereitung

Systemprompt (Rahmen):

  • sachlicher Ton
  • Fokus auf Nutzen, nicht Features
  • Schritte logisch ordnen

Userprompt (Aufgabe):

„Formuliere ein Angebot für ein 1:1-Coaching über 8 Wochen."

Ergebnis: präzise, konsistent.

Beispiel 3: Fachliche Erklärung

Systemprompt (Rahmen):

  • immer Ursache-Wirkung erklären
  • keine Floskeln
  • Beispiele aus realen Geschäftsproblemen

Userprompt (Aufgabe):

„Erkläre mir, warum Positionierung zu wenig gebucht wird."

Ergebnis: verständlich und praxisnah.

Einfache Merkhilfe

Systemprompt = Wie wir arbeiten.

Userprompt = Was wir gerade tun.

Wenn du diese Trennung einmal verstanden hast, wird deine komplette KI-Arbeit:

  • stabiler
  • schneller
  • logischer
  • professioneller

Und genau das brauchen Solounternehmer im Alltag.

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